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Oberlandesgericht verurteilt Mann wegen der Veröffentlichung pornografischer Fotomontagen  zur Zahlung von 15.000.- € Schmerzensgeld an seine auf den Fotos abgebildete Schwägerin.

Ohne Wissen der Frau waren Bilder, auf denen ihr Gesicht gemeinsam mit teilweise oder komplett nackten Körpern anderer Frauen in pornografischen Posen zusammenmontiert war, auf verschiedenen  Internetseiten veröffentlicht worden.  Die Fotomontagen enthielten zum Teil darüber hinaus auch den Namen und die Heimatregion der Klägerin.
Diese erstattete, nachdem sie von den Bildern erfahren hatte, wegen der Veröffentlichungen gegen ihren Schwager Strafanzeige. Bei einer polizeilichen Hausdurchsuchung an dessen Wohnsitz wurden mehrere Festplatten sichergestellt, die manipulierte und mit dem Bild der Klägerin versehene pornografische Bilder enthielten.

Das Landgericht Oldenburg als erste zivilgerichtliche Instanz war nach Beweisaufnahme davon überzeugt, dass der Schwager der Klägerin die Fotomontagen erstellt und veröffentlicht habe, obwohl der Beklagte behauptet hatte, die Festplatten seien in seinem Arbeitszimmer frei zugänglich gewesen und er habe sie zwischenzeitlich auch an andere Personen verliehen. Das Landgericht verurteilte ihn wegen schwerwiegender Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der Klägerin aus Art. 2 Abs. 1  iVm. Art. 1 Abs. 1 GG zur Zahlung eines beträchtlichen Schmerzensgeldes von 22.000.- €.
Auf die Berufung des beklagten Schwagers verurteilte ihn das OLG Oldenburg zur Schmerzensgeldzahlung in Höhe von immerhin noch 15.000.- €. Als Grund für die Reduzierung des Betrages im Vergleich zur erstinstanzlichen Verurteilung führte das Berufungsgericht aus, dass höhere Beträge in der Rechtsprechung erst dann zugesprochen würden, wenn das Opfer einer pornografischen oder erotischen Internetveröffentlichung hierdurch konkrete Beeinträchtigungen erlitten habe. Damit meinte das OLG etwa Telefonanrufe oder Klingeln an der Haustüre der Klägerin, was vorliegend nicht erfolgt war.
Außerdem muss der Beklagte seiner Schwägerin jeglichen finanziellen Schaden erstatten, der ihr in Zukunft durch die Veröffentlichung der Fotomontagen noch entstehen wird. (OLG Oldenburg, Urteil vom 11.08.2015, Az. 13 U 25/15).


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