Hinweis: Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies.
Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Der Bundesgerichtshof hat mit Beschluss vom 15.01.2014 (4 StR 509/13) noch einmal klargestellt, dass eine Verurteilung wegen schwerer Körperverletzung strengen Anforderungen unterliegt. Im vorliegenden Fall waren diese nicht erfüllt. Dem Geschädigten war ins Knie geschossen worden.

Er befand sich mehr als 2 Monate in stationärer Behandlung und hat irreparabele Schäden davongetragen. Die Muskulatur ist chronisch defizitär und die Beugung endet bei 60 Grad. Körperliche Belastung wird ihm zukünftig nicht mehr zuzumuten sein, weiter wird er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in naher Zukunft aufgrund fortschreitender Arthrose auf ein künstliches Kniegelenk angewiesen sein. Aktuell besteht eine Erwerbsminderung von 30 Prozent. Diese erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigung reicht nach Ansicht des Bundesgerichtshofes nicht aus, um den Täter wegen einer schweren Körperverletzung zu verurteilen. § 226 StGB setzt unter anderen voraus, dass die verletzte Person
    
    ein wichtiges Glied des Körpers verliert oder dauernd nicht mehr gebrauchen kann
    
Das Gericht stellt klar, dass ein Funktionsverlust nicht ausreicht, um von einer dauerhaften Unbrauchbarkeit des Gliedes zu sprechen. Die Anforderungen sind sehr hoch, da auch die Straferwartung von mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe deutlich über den Folgen einer gefährlichen Körperverletzung liegt. Vorliegend waren diese Anforderungen nicht erfüllt.
Der Verteidiger wird somit sachlich auf diese genaue Unterscheidung hinweisen müssen, um eine gesetzeskonforme Behandlung der Problematik durch das Gericht zu erreichen.


« zurück zur Übersicht